Psychiatrische Themenabende 2012
Diese im zweimonatigen Rhythmus stattfindende Vortrags- und Informationsreihe ist eine Kooperationsveranstaltung mit Vivantes, Auguste-Viktoria-Klinikum, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. Heinz Thiele. Die Veranstaltungsreihe ist kostenlos und offen für alle.
Donnerstag, 09. Februar, 19 Uhr
Pro und contra Neuroleptika
Wie wird ein psychotischer Patient optimal behandelt? Die Mediziner
sind sich weitgehend
darüber einig, dass eine Neuroleptikaeinnahme unverzichtbar ist.
Neuroleptika wirken symptomatisch, das heißt, sie können
psychische Krankheiten nicht wirklich heilen, aber Symptome wie Halluzinationen
oder Wahn können beseitigt oder gemindert werden. Der Wirkungsmechanismus
greift in die synaptische Erregungsübertragung des Gehirns ein.
Aufgrund der nicht unerheblichen Nebenwirkungen setzen mehr als 60%
der Patienten die Neuroleptika jedoch eigenständig wieder ab und
setzten sich so einer hohen Rückfallgefahr aus.
Referent: Hr. Dr. Thiele
Donnerstag, 19. April, 19 Uhr
Cannabis und Psychose
Der Konsum von Cannabis hat hierzulande in den letzten 30 Jahren einen markanten Anstieg erfahren. Zudem hat sich pro «Joint» der Gehalt von D9-THC, dem psychoaktivsten von über 60 Cannabinoiden, in den letzten Jahren verzehn- bis verdreissigfacht. Klinische Beobachtungen zeigen, dass Cannabiskonsum in psychotischen Patienten zu einer Zunahme der Symptome und in psychosevulnerablen Individuen zu einer Erstmanifestation der Krankheit führen kann.
Referent: Hr. Dr. Thiele
Donnerstag, 07. Juni, 19 Uhr
Machen Psychopharmaka dick?
Viele Neuroleptika und Antidepressiva habe eine große Bedeutung
in der Behandlung von Psychosen und Depressionen. Jedoch zeigt die Erfahrung,
dass Menschen, die diese Medikamente regelmäßig über
einen längeren Zeitraum einnehmen oft deutlich an Gewicht zunehmen.
Die Folgen von Übergewicht dürfen nicht unterschätzt
werden, denn sie können
schwerwiegende körperliche Krankheiten auslösen.
Worauf sollte man achten und was kann man tun?
Referentin: Dr. Bettina Gaertner
Donnerstag, 09. August, 19 Uhr
Emotionsbezogene Psychotherapie – wenn negative Emotionen stören
Welche Bedeutung haben Emotionen? Wie reagiert man auf Gefühle
wie Scham, Traurigkeit oder Wut? Die Arbeit an und mit Emotionen ist
eine der schwierigsten
Aufgaben in der Behandlung psychischer Erkrankungen, unabhängig
vom jeweiligen Therapieverfahren. Für den Erfolg der Behandlung
ist sowohl die Kenntnis emotionaler Schemata als auch der Einsatz spezifischer
emotionsbezogener Techniken ausschlaggebend. (Verfahren nach C.–H.
Lammers)
Referent: Dr. Heinz Thiele
Donnerstag, 11. Oktober, 19 Uhr
Lässt sich die Hirnleistung medikamentös verbessern?
In den Zeitungen lassen sich immer mehr Berichte über Medikamente finden, die Aufmerksamkeit sowie Konzentration verbessern und dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Angesichts steigender Anforderungen im Berufsleben klingt das eigentlich viel versprechend. Doch was sind das für Stoffe, wie wirken sie und welche Nachteile haben sie? Wollen wir eigentlich in einer Gesellschaft leben, die permanent auf höhere Leitungen setzt. In dieser Veranstaltung werden die derzeit bekanntesten „Neuroenhancer“ vorgestellt und anschließend über Sinn und Unsinn von „Hirndoping“ diskutiert.
Referentin: Dr. Bettina Gaertner
Donnerstag, 06. Dezember, 19 Uhr
Metakognitives Training bei schizophrenen Patienten
Im Metakognitiven Training geht es um das „Denken über das
Denken“, insbesondere die Bewusstmachung typischer Denkverzerrungen
und einseitiger Problemlösestile, die die Entwicklung von Wahnideen
begünstigen. Die Teilnehmer werden angeleitet, ihr bisheriges Problemlöseverhalten
kritisch zu reflektieren, zu verändern und die Inhalte des Trainings
im Alltag umzusetzen. Indem sie sich der Denkverzerrungen, die die Entstehung
von Wahnideen begünstigen können, stärker bewusst sind,
hoffen wir eine prophylaktische Wirkung erzielen zu können. (Verfahren
nach Steffen Moritz)
Referent: Hr. Dr. Thiele

